IRONMAN Weltmeisterschaft 2007 auf Hawaii
Am 13. Oktober 2007 nahm ich auf Hawaii an der Ford IRONMAN World Championship (Triathlon Langdistanz Weltmeisterschaft) 2007 teil.
3,8 km Schwimmen: 0:58:19 h
180 km Radfahren: 4:39:21 h
42,2 km Laufen: 3:01:07
Gesamt: 18. Platz (08:43:55) Viertbester Deutscher
Die erste Saisonhälfte konnte ich ja mit einem zweiten Platz beim Ironman Germany (Europameisterschaft) abschließen. Danach stand die Vorbereitung für den zweiten Höhepunkt, den Ironman Hawaii, im Fokus. Nach einer sehr kurzen Regenerationsphase hatte ich die zweite Saisonhälfte eingeläutet. Im Großen und Ganzen standen hier dieselben Trainingsinhalte wie in der ersten Saisonhälfte auf dem Programm. Der Unterschied bestand lediglich darin, dass die Trainingsblöcke wesentlich kürzer sind. Für die erste Saisonhälfte hatte ich bereits Anfang Dezember mit allgemeinem Training begonnen. Von Januar bis März 2007 standen meist die Grundlagenausdauer im Vordergrund. Danach kamen die Kraftausdauer- und die wettkampfspezifischen Einheiten. Diese Trainingsinhalte musste ich nun zwischen dem Ironman Germany (Europameisterschaft in Frankfurt) und der Weltweltmeisterschaft auf Hawaii innerhalb von nur 14 Wochen unterbringen. Zunächst einmal absolvierte ich ein Radtrainingslager auf Lanzarote. Ein weiterer intensiverer Block folgte dann in San Diego. Das Klima dort ist (wie schon auf Lanzarote) dem auf Hawaii sehr ähnlich und als Europäer hat man zudem bei einem „Zwischenstopp“ in den USA weniger Jetlag zu verkraften.
In San Diego hatte ich die Möglichkeit, mit den besten Triathleten der Welt zu trainieren. Somit wusste ich jeden Tag, wo ich stehe. Für die Zukunft konnte ich Erfahrungen sammeln und werde das „Experiment“ San Diego wohl noch öfters in meine Hawaiivorbereitung einbauen. Das einzige Problem daran war nur, dass ich auf dem Hinflug eine starke Erkältung bekam und ich damit fast die ganze Dauer des Trainingslagers in San Diego zu kämpfen hatte. Noch eine Woche vor dem Ironman auf Hawaii hatte ich Husten und Schnupfen.
Dennoch flog ich eine Woche vor dem Race Day nach Kona auf Big Island. Es stellte sich Besserung ein und ich war am 13.10.2007 nahezu topfit.
Am Wettkampftag klingelte um 3.30 Uhr der Wecker und ein harter Tag sollte beginnen. Ich frühstückte ein wenig und fuhr mit dem Auto die etwa 15 Kilometer nach Kailua Kona. In der Wechselzone war schon einiges los, aber zuvor musste ich noch das „body marking“ über mich ergehen lassen. Dabei bekommt jeder Athlet seine Startnummer auf Arme und Beine gestempelt. Nachdem ich mein Rad nochmals kontrolliert und meine Verpflegung angebracht hatte, machte ich mich warm und präparierte mich für den Wettkampf. Ich zog zuerst meinen Zweiteiler an und dann darüber meinen nagelneuen Schwimmanzug von Sailfish. Mit diesem schwimmt man etwas schneller, da die Reibung zwischen Wasser und Körper verringert wird. Den Hals noch mit Vaseline eingeschmiert, dass man sich nicht zu sehr aufscheuert – und los ging es ins Wasser.
Zuerst ertönte die amerikanische Nationalhymne, dann der Donnerschlag als Startsignal. Wir Profis starteten um 6.45 Uhr und es ging – obwohl das Profifeld wie immer überschaubar war, gleich richtig zur Sache. Es gab viele Kämpfe im Wasser, in die leider auch ich verwickelt wurde. Nach 58 Minuten stieg ich dann aber aus dem 27 Grad warmen Wasser und rannte durch die komplette Wechselzone, bevor es aufs Rad ging.
Eine große Favoritengruppe war im Wasser erwartungsgemäß schneller als ich, allerdings hatte ich die Hoffnung, auf dem Rad die ein oder andere Minute aufzuholen. Dafür musste ich aber sehr viel Energie aufwenden, da es von Anfang an extrem heiß und windig war. Das Tückische auf Hawaii ist außerdem, dass der Wind meist zur Mittagszeit dreht und man somit auf der Wendepunktstrecke fast nie Rückenwind hat. So war es auch an diesem 13.10.2007. Nach der Hälfte der Raddistanz kam ich in Hawi an und umfuhr den Wendepunkt. Auf dem Rückweg hatte ich dann noch 20 bis 30 Kilometer lang Rückenwind, bevor der Wind mir wieder ins Gesicht blies. Nach 4:39 h kam ich dann am Pier von Kailua Kona an und schlüpfte optimistisch in meine Laufschuhe. Inzwischen hatte ich mich bis auf Rang 22 vorgearbeitet und hoffte nun, noch ein Stück weiter nach vorne zu kommen.
Die ersten 15 Kilometer der Marathonstrecke liefen auch sehr gut; aber ab der Steigung auf der Palani Road hatte ich sehr mit der Hitze zu kämpfen. Es ging hinaus auf den Highway und ich sah keine Wolke am Himmel, wie es sonst üblich ist. Da ich wusste, dass ich die ganze nun zu laufende Strecke zum „Energy Lab“ anschließend wieder zurück rennen musste, war dieser Abschnitt des Rennens psychisch für mich sehr anstrengend. Am „Energy Lab“ angekommen bekam ich zum Glück meinen „Special food“ – Beutel (was auf dem Rad leider nicht geklappt hatte) und machte mich somit etwas gestärkter auf die letzten Kilometer der Strecke. In der Zeit von 8:43 h und einem Marathonsplit von 3:01 h überquerte ich glücklich die Ziellinie.
Mit dem damit erreichten 18. Platz war ich zufrieden, allerdings hatte ich mir beim Marathon eine schnellere Zeit vorgestellt bzw. gewünscht. Im Vergleich zu den Vorjahren habe ich mich aber sowohl in der Zeit als auch bei der Platzierung deutlich verbessert und bin daher optimistisch, in den nächsten Jahren noch weitere Steigerungen erzielen zu können.
Auf ein Neues im Jahr 2008!
www.tri2b.com: Video-Interview vom 10. Oktober 2007 (Kona, Hawaii)
www.tri-mag.de: Video-Interview vom 11. Oktober 2007 (Kona, Hawaii)>
GEA – Reutlinger General-Anzeiger Ausgabe 15. Oktober 2007
[...]der Reutlinger Michael Göhner wurde als viertbester Deutscher gefeiert
Platz 18 – Göhner bricht den Bann
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